Einmal Trennung für 2 Erwachsene und 1 Kind, bitte!

Posted on Juli 1st, 2010 by Chlorine.
Categories: Lauschangriffe.

  • Ein kleines Mädchen, das seine Mutter in der Straßenbahn zur Weißglut treibt, indem es nicht hören will und sich einen Platz weit weg von ihrem sucht und schließlich den Schnuller aus dem Mund nimmt (!), um ihr die Zunge entgegen zu strecken
  • Ein Typ, der die Bahn mit einem 50€- und einem 100€-Schein in der Hand betritt, bis vorne durchläuft, um dann am Fahrkartenautomat völlig verdutzt zu tun, weil der die Scheine nicht annimmt
  • Eine Tussi, die sich ihre kunstvoll blau getünchten Raubtiernägel mitten in der Bahn mit widerlich stinkenden Nagellackentferner-Pads einreibt

Ja, in öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es allerhand zu erleben, aber auch zu belauschen.

Situation: Junges Elternpaar mit ca. 5jährigem Sohn in der Straßenbahn, er rebelliert ein wenig…

Mutter: “Hör auf mich anzuschrein, mein lieber Freund!”

Sohn: (schmollt)

Mutter: “Wenn sich Mama und Papa irgendwann ma trennen, gehste zu Papa, woar!? Aber Mama und Papa werden sich nich trennen, heeeheee!”

Sohn: “Doch!”

Braver Junge. :)

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“Zwei Sturmhauben und ein Ü-Ei, bitte!”

Posted on Juli 27th, 2009 by Chlorine.
Categories: Lauschangriffe.

Sie stehen hinter mir an der Kasse des Supermarkts; zwei junge Männer und ein Mädel. Zwei Bierflaschen liegen auf dem Band.

Typ 1: “Alter, wir treffn uns dann Freitach bei T#&%$§° um acht.”

Typ 2: “Alles klar.”

Typ 1: “Brauchnwer aber noch Sturmhaubn [...] fürs Jesicht!”

Typ 2: “Naja, ich hab son Sturmtuch [...], aber [unverständlich] naja Sturmtuch is ja [...] naja nich so [...]“

Typ 1: “Die jibts für Fuffzn Euro, musste zu H#&%$§° jehn, da jibbts die.”

Typ 2: “Fuffzn!?”

Mädel: “Wieso jeht ihr da überhaupt hin?”

Typ 1: “Macht Laune. Un wenn die da mit vierzig Mann komm un wir da zu zehnt stehn, hahaa [...] kannst ja mitkomm [...] hahaa”

Mädel: “Ney, verjesstes!”

Typ 1: “Warn Joke!”

Später sehe ich die Truppe nochmal mit ein paar anderen Jugendlichen. Mit ihren pickeligen Gesichtern sehen sie so aus, als bräuchten sie die Sturmhauben maximal zum Skilaufen oder als billige Alternative zum Clearasil, um in der Dorfdisco Mädels anzugraben.

Unweigerlich muss ich bei dem Thema schmunzeln und an Johannes Schlüters “Autonomen Supermarkt für Krawallbedarf aller Art” denken:

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Nach dem Zuckerschock…

Posted on April 13th, 2009 by Chlorine.
Categories: Lauschangriffe.

Restostern neigt sich dem Ende, der Wahlheimatsschlüssel steckt im Schloss und wieder einmal hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, junge Menschen im Zug zu belauschen. Besser könnte die Arbeitswoche gar nicht eingeläutet werden.

Zwei Typen um die 20 tauschten Erlebnisse mit dem weiblichen Geschlecht aus. Das Ganze klang aus meiner Sicht erheiternd bis haarsträubend, aber was weiß ich schon. Schön dann, wie der eine beschwichtigte:

“Naja, ich bin ja eigentlich keiner, der so gleich am ersten Abend… aber ich will so einer werden! Ich arbeite an mir, haha!”

Ja, dann von mir viel Erfolg, nech!? Weiterhin bemerkenswert war dann nur noch die pseudo-buddhistische Trulla, welche ihrer Freundin wirklich spannend erklärte, worum es ihr und anderen ginge (besser noch mal nachlesen!) und dann den Zug mit einem spaßigen Staubsauger in der Hand verließ. Unrecht einfach wegsaugen…? Das ist es!

Ich überlege ernsthaft, ob der Job der ewig durchgerüttelten Zugbegleiterin nicht etwas für mich wäre…

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Neulich beim Piercer…

Posted on April 5th, 2008 by Chlorine.
Categories: Lach-&Sachgeschichten, Lauschangriffe, Politisch korrekt?.

Junge Dame (schätzungsweise 15-16 Jahre alt) kommt mit ihrem Mutterkuchen an den Tresen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich schon ihren Bauchnabel durchstochen, wund und eitrig.

Sie bekommt den Mund nicht auf. Vielleicht doch die Zunge?

Piercing-Oberchiefinspector: “Was kann ich für Sie tun?”

Mutterkuchen: “Sie möchte ein Piercing.”

Piercing-Oberchiefinspector (zur jungen Dame): “Was solls denn für eins sein?”

Junge Dame: *Achselzucken*

Piercing-Oberchiefinspector: “Du möchtest ein Piercing, weißt aber nicht was für eins!?”

Mutterkuchen: “Na nen Ohrring möchte sie.”

Piercing-Oberchiefinspector: “Ach eins im Ohr solls sein. Das kostet aber wie zwei normale Piercings, je 30 €uro. Das ist auch an der Stelle ein ganz normales Piercing, gleiche Prozedur…blah…wie alt bist du denn?”

Junge Dame: “11.”

Piercing-Oberchiefinspector (offenbar überrascht; wie jeder, der es mitbekam): “Nein, dann können wir das gar nicht machen. Mindestalter für Piercings liegt bei 14 Jahren…”

Junge Dame und Mutterkuchen verlassen das Geschäft unverrichteter Dinge. Letztere freut sich sicher über die auch in Zukunft noch jungfräulichen Ohrläppchen ihrer Tochter.

Als ich mit dem Schmunzeln fertig bin, beginne ich mich zu fragen, weshalb dann schon Kleinkinder, die noch nicht mal anständig geradeaus laufen können und sich noch auf Muttis Schulter ausruhen, mit achso niedlichen Glitzersteckern durch die Gegend rennen getragen werden.

erdbeerpiercing.jpg

Ist dies möglich, da die netten Tanten im Schmuckladen keine Piercer sind?

Im Hinterzimmer eines Schmuckgeschäftiges mal eben junges Gewebe zu durchlöchern ist also in Ordnung, während ein Fachmann in einem sterilen Raum keine desinfizierte Hand anlegen darf?

Schon eigenartig.

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Donnerstagspost, der zum Dienstag gehört und kaum Aufsehen erregen wird

Posted on März 13th, 2008 by Chlorine.
Categories: Flimmerkiste, Lach-&Sachgeschichten, Lauschangriffe.

Huch, nun hätte ich fast vergessen, von meinem letzten Sneak-Besuch zu erzählen.

Auch nicht weiter wild. Outsourced. Kann man gesehen haben, muss man aber nicht.

Wichtig zu erwähnen sind mir aber 2 kleine Anekdötchen:

  • Der Film beginnt. Bislang wissen wir noch nicht, wie er heißen wird. Ein Herr wird in die Handlung eingeführt. Sein Name: Mr. Todd. Der junge Mann 2 Sitze rechts von mir sagt daraufhin (ernsthaft!): “Sweeney Todd oder was?”. Die kommenden Minuten kann ich mich kaum konzentrieren, da ich mir schmunzelnd überlege, ob ich mir diesen Satz merken kann oder ob ich ihn lieber im Handy festhalten soll.
  • Der Film läuft schon ein paar Minuten mehr (derweil sind schon 2 Leute gegangen) und die junge Ische 2 Sitze links von mir verschwindet mit ihrem Typen aufs Klo (?). Bei ihrer Rückkehr stinken beide nach der Zigarette danach. Während des gesamten Films wird mir besagte Ische mit ihrem dummen Gelache auf die Ketten gehen. Komplett disqualifiziert hat sie sich jedoch, als sie mitten im Film erschreckt mit den Worten: “Mann, heut kommt doch Dörtes Dancing!”

icon_aufsmaul.gif

Und sonst so?

Na das hier:

wirwarnsnicht.jpg

(Wir sinds nicht gewesen!)

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Ein Gestern und ein Heute…im Geist vereint.

Posted on Dezember 21st, 2007 by Chlorine.
Categories: Flimmerkiste, Lauschangriffe, Lebensweisheiten gibts gratis oben drauf.

Wir haben es ja gewusst.
Sind dennoch gestern sehenden Auges in die Kreissäge gelaufen. icon_kettensaege2.gif
Da lief ein Film im Lichtspielhaus, dessen Trailer schon nichts Gutes verheißen ließ:

30 Days Of Night Schwachsinn.

Ich bevorzuge seit jeher die weniger moderne/reißerische, romantische Darstellung der Geschöpfe der Nacht, aber schaut euch die zur Zeit im Kino laufenden Filme mal an!

In meinen Augen war es nichts weiter als eine riesige, stupide, rot/schwarze Sauerei auf jungfräulichem weißem Schnee.

Einziger Lichtblick für mich war die wunderschöne Schneelandschaft Alaskas und die bedrohlich-schönen Wolkenformationen am Himmel.
Alles andere gehört ausgelacht und in die cineastische Tonne.

Mein Souvenir aus dem Kino -ein angeknackster Knöchel, da ich unbedingt 2 Treppenstufen nach unten nehmen musste- ist auch heute noch sehr present. Treppenlaufen geht von nun an nicht mehr abwärts, was bedeutet, dass es für mich nur noch bergauf gehen kann!

Lädiert und geschunden schleppte ich mich dann heute das letzte Mal ins Baumfestgetümmel.
Es hatte geschneit und sah recht schön aus, wenn man die angstverzerrten Fratzen der Baumfesttorschlusspaniker zu ignorieren vermochte.

In einem Geschäft belauschte ich folgendes:

Mitteljunges Paar geht zusammen Kleidung für Dame kaufen (Fehler!).

Mitteljunger Herr schon reichlich genervt zu anprobierender mitteljunger Dame:

“Na nu steh’ nich’ so steif rum hier, beweg dich doch ma ein bisschen!!”

Charmant!

In einem weiteren Geschäft stand ein junger Mann vor mir an der Kasse und meinte zur Dame, die den Schlüssel für die Kasse hat:

“Ich hab’ kein Bargeld dabei, kann ich mit Karte zahlen? Hab’ aber meine Pin vergessen.”

Starkes Stück, Freundchen, dachte ich und die Dame mit dem Schlüssel zur Kasse wohl ebenso. Als ich an der Reihe war, faselte sie noch ein paar wenig verständliche Wortfetzen.
Vielleicht waren es Stoßgebete gen Himmel, der Feierabend möge sie doch bitte kurz und schmerzlos erschlagen. icon_angel.gif

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