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Posted on Juni 28th, 2009 by Chlorine.
Categories: Lach-&Sachgeschichten.
Neue Kameras erfordern manchmal neue Kamerataschen. Kein Klopper, etwas dünnes, möglichst preiswertes sollte es sein. In den Laden gehe ich erst, wenn alle anderen Wege fehlgeschlagen sind, denke ich zuversichtlich. Vor dem Regal wirst du ohnehin sofort wieder von so einem schmierigen Hemdsärmling angesprungen, der nach einem “Beratungsgespräch” dürstet. So suche ich online und finde: passend für *Modell xy*, Magnetverschluss, Seitentasche, Farbe: schwarz, Material: Leder, 40g… und folgende Notiz:
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Donnerwetter, was die kleinen Dinger heute draufhaben! Vielleicht könnte ich da demnächst von najagehtso-schwarzem auf pechschwarzes Leder upgraden. Oder gar am Geruch drehen. Aus dem Magnetverschluss könnte im Nu eine Waffe werden… Grund genug, die Finger davon zu lassen. Die Sache ist mir dann doch etwas zu heiß.
***
Auf der Suche nach einer Sonnenbrille sprang mich dann ein spaßiges Fenster an, aus dem ich partout nicht schlau wurde:

Doch offline einkaufen zu gehen, ist nicht weniger verwirrend. Im Fall der Fälle, nämlich dann, wenn wirklich mal Hilfe samt Rat und unter Umständen auch Tat benötigt wird, hörst du nur noch ein aufgeregtes Rascheln zwischen den Regalen und meinst plötzlich, mehr Schaufenster-/Ankleidepuppen als zuvor zu sehen und niemand fühlt sich mehr zuständig. Täuschend echt auch folgende Mimikry:

Posted on Juni 7th, 2009 by Chlorine.
Categories: Lach-&Sachgeschichten.
Zahlwahltag. Auf dem Rad muss mir irgendwas ins rechte Auge geflogen sein. Jedenfalls habe ich einen dunklen Störenfried vor der Linse, der mich wahnsinnig macht, weil er gekommen ist, um zu bleiben. Schon bald erscheint das vermeintlich erlösende Wort “Wahllokal” auf dem Radar, doch das kann es nicht sein. Oder doch? Ich fahre weiter, da Google Earth und der Stadtplan beide im Vorfeld etwas anderes gesagt haben. Doch da bin ich auch schon zu weit. Kehre wieder um. Eine Menge Leute unterwegs. Wie ist das möglich? Die wollen doch nicht etwa eines ihrer Grundrechte wahrnehmen? Ich halte vor dem Gebäude und glaube immer noch nicht, dass dies mein Bestimmungsort ist. Antwort auf diese und weitere Fragen gibt die Wahlbenachrichtigung. Falsche Nummer. Wusste ichs doch! Wieder aufs Rad, trotz Augenwischerei immernoch auf dem rechten Auge blind sehbeeinträchtigt. Wenig später das richtige Lokal gefunden, hinein und erst einmal Schlange stehen. Premiere!
Hier wird man gar nicht gefragt, ob man die Kommunal- und/oder Europawahlunterlagen möchte, sondern bekommt gleich beide Flachbäume in die Hand gedrückt. Stellte man die Wähler vor diese Wahl, so wäre es sicher auch wenig klug.

Mir ist bis heute nicht klar, was es so spannend macht, gleich danach andere anzurufen und zu fragen, was bei ihnen abgelaufen ist. Doch so teilt man Erlebnisse (und unterschiedlichste Erfahrungen mit dem Wahl-O-Mat) auf große Distanzen.
So erfahre ich auch, dass sich am anderen Ende der Republik eine junge Frau die Hand im Wahlurnenschlitz geklemmt hat. Wollte entweder auf Nummer Sicher gehen oder hatte sich verwählt und versuchte, das nahende Unheil aufzuhalten…
Posted on März 24th, 2009 by Chlorine.
Categories: Lach-&Sachgeschichten, Mein Körper und ich.
Ich hätte heute gar nicht erst aufstehen sollen. Aufgerüscht gings ab aufs Rad und hinein in den Orkan. So schlau gewesen, einen neuen Weg auszuprobieren, der sich natürlich als sehr viel länger herausstellte und somit schon mal zu spät gekommen. Sitznachbar bemerkt äußerst treffend: “Chlorine, du siehst fertig aus!” …weitere Stimmen schließen sich an. Schönheitskönigin wird dann heute wohl eine andere.
Ich fühle mich unwohl; irgendetwas stimmt nicht. Ich gehe die einzelnen Etappen meiner Morgentoilette durch und…

…was ist mit Deo? Vergessen!
Die folgenden 90 Minuten kann ich an nichts anderes mehr denken, als mein schier unverzeihliches Versäumnis. Alles andere ist nur Hintergrundrauschen. Spaßig dann, wenn man aufgefordert wird, sich zu einem Thema zu äußern…
Jemand (hier ohne Namen) lässt mich wissen, er habe einen Pickel auf dem Kopf …wieso nur, WIESO?? Erwecke ich etwa den Eindruck, mir solche Ferkeleien mit Vorliebe anzuhören und vielleicht noch die dazu passende Tinktur im Turnbeutel Samtbeutelchen zu haben? Ich denke nicht.
In der Pause versuche ich, mich an das einzig vielversprechende Mädel heranzupirschen, um nach einem Duft zu fragen. Sie redet. Und redet. Hört nicht auf zu reden. Die Unendlichkeit endet definitiv vorher.
Weitere 90 Minuten bin ich gehemmt, wie ein Schulmädchen mit Zahnspange. Versuche mir einzureden, dass mein bike-gestützter Kampf gegen Wind, Wetter und mangelnde Fitness die morgendliche Dusche nicht zunichte machen könne. Doch was, wenn doch und ich allmählich beginne, den Duft eines abgeranzten Sofas an meine Umwelt abzugeben!? Das würde mich gesellschaftlich unmöglich machen.

Die nächste Pause ist fast vorüber und ich trete mir selbst in den Hintern fasse mir ein Herz, das längst fällige Frauengespräch zu führen.
Und HALLELUJA! Sie hört mein Flehen, greift beherzt in ihre Tasche und überreicht das in diesem Moment wichtigste Gut in meinem kleinen Leben.
Und wenn sie nicht gestorben sind… natürlich ging die Geschichte weiter, denn der Tag war noch lange nicht zu Ende. Jedoch überschattete der Blick auf den Kontoauszug meines Vertrauens alles bisher da gewesene.
Mein Gesicht muss in etwa so ausgesehen haben:1

Posted on Februar 12th, 2009 by Chlorine.
Categories: Lach-&Sachgeschichten.
Komplimente auszuhalten, will gelernt sein. Dieser Tage war ich sogar gezwungen, unter professioneller Aufsicht ein Kompliment an den Mann zu bringen. Als Folge dessen war ich besorgt, unangemessen gehandelt zu haben.1
Komplimente auszusenden ist demnach nicht weniger schwierig, wie die zweite Charge mir zu Teil gewordener verbaler Liebkosungen recht anschaulich zeigt:
Kompliment Nr. 5:
“Du bist manchmal ne Splittergranate!”
Kompliment Nr. 6:
Er: “Chlorine, du bist eigentlich…”
Ich: “Na komm, sags!”
Er: “…ach, eigentlich nichts besonderes.”
Kompliment Nr. 7:
“Du hast ‘ne Lache wie ‘n Wasserfall!”
Kompliment Nr. 8:
“Chlorine, mal nochn Tipp: versuch mal, nicht gleich am Freitag mit ‘nem Witz aufzutrumpfen!”
Posted on Februar 9th, 2009 by Chlorine.
Categories: Lach-&Sachgeschichten.
Habe ich beispielsweise mein Leben lang diverse Arztserien konsumiert, muss ich in meiner Welt dann doch feststellen, leicht überfordert zu sein, wenn ich vor einem Krankenzimmer stehe und zuvor von der Stationsschwester den Auftrag bekommen habe, mich zu vermummen.
Dann ist da noch die im Hinterkopf hämmernde Aufforderung, Desinfektionslösung aufzutragen. Auch und besonders auf meine Umhängetasche, heißt es. Hey Lady, es handelt sich hier um eine Barbour-Tartan-Umhängetasche, die ich ganz sicher nicht mit eurem “Weihwasser des Hauses” besudeln werde! Und langsam frage ich mich auch, wen es hier zu schützen gilt: das, was vor oder was hinter der Tür ist.
Okay, fangen wir an, nützt ja nichts. Kittel, Handschuhe und Mundschutz. Aber in welcher Reihenfolge? Über den Mantel und die Tasche? Ich bekomme Beklemmungen. Dann die Handschuhe. Wo bitte ist meine Latexallergie, wenn ich sie brauche!? Dann noch den Mundschutz, aber welche Seite ist für innen bzw. außen? Schwesterrrrr…!?! Ich stelle fest, dass die Reihenfolge “Kittel, Handschuhe, Maske” vollkommener Blödsinn war. Mit diesen Fäustlingen kann ich beim besten Willen keine Schleifchen hinterm Kopf machen. Meine Haare sind im Weg und einfach überall; verflucht seien sie! Ich schwitze wie ein Michelin-Männchen in der Sauna und habe eigentlich alles noch vor mir.
Dieser Flur ist so elendig lang und ich bin allein. Allein mit diesem ganzen Quatsch, den ich nicht verstehe.
Welche Tür war es nochmal? Rechts oder links?
Egal, das Los entscheidet!

Posted on Januar 26th, 2009 by Chlorine.
Categories: Lach-&Sachgeschichten.
Es gibt da ein paar Dinge, die mir Angst machen.
Warpblasen zum Beispiel. Oder der Abwasch. Anrufe ohne Rufnummeranzeige. Zu reife Bananen sowie unreife sowie die Idee von einer sich in einer Bananenkiste versteckenden Vogelspinne. Auch der Herr, welcher mir heute in der Stadt begegnete und ein rotes Mal mitten auf der Stirn hatte. Nicht so eins, das Karriere in Bollywood machen könnte, nein, mehr wie ein Einschussloch. Krimi mit Happy Ending quasi. Er schaute zwar etwas verdattert drein, aber spiegelte vielleicht nur seine Umgebung.
Des Weiteren wären da noch der Typ, welcher am Ende jeder “American Dad!”-Folge strunzdumm in die Kamera grient und dazu den Daumen in die Hö reckt, prollige Kneipenmiteinsitzende mit Türsteherkreuz und -klappe, die mir zeigen müssen, wo sich Frau die Falten pudern kann und… ach, alles weitere bespreche ich dann mit meinem Therapeuten.
Um den getreuen Leser doch noch irgendwie bei der Stange zu halten diesem Post doch noch so etwas wie runde Ecken zu geben, möchte ich auf eine weitere - äußerst tief sitzende - Angst von mir eingehen:
PUPPEN!
Nein, nicht die, die spärlich bekleidet auf den Boxen ultrahipper Dorfdiscos wankend ihrer (immerhin schon 13jährigen) Jungfräulichkeit ein jähes Ende bereiten wollen, um schon bald in die große Stadt zu gehen, um “irgendwas mit Mode” zu machen… sowas wie “Model” eben, es dann sogar zum Künstlernamen “Cindy” bringen und zur Designerin… allerdings im Nagelstudio; aber ich drifte ab.
Puppen also. Scheinbar leblose und wer’s glaubt, ist der Nächste, der dran glauben muss.
Wo finden wir diese unheiligen Kreaturen der Nacht? Richtig: in sogenannten Kinderzimmern. Jenen, die später aus drängenden Coolness-Gründen in Jugendzimmer umgetauft werden. Ich habe eins, du hast eins und ich bin sicher, du dort hinten, ja, du, der du dort hinten ständig mit offenem Mund gähnst, hast auch eins. Sofern eure Eltern noch keine geheime Bat-Höhle draus gemacht haben, ist das Ding also höchst wahrscheinlich noch da. Konservierte Historie.
Und ihr könnt mir glauben, auch ich habe einige Leichen aus Kindertagen dort unter den Teppich gekehrt, aber SOWAS hier, so etwas unsagbar Grausiges, Unvorstellbares, etwas, dem jede Beschreibung spottet, nenne ich ganz sicher nicht mein Eigen1:
